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Schulleben

Nachhaltigkeit und Faire Schule

Bildung für nachhaltige Entwicklung und fairer Handel im Schulalltag – von der grünen Pausenfläche bis zum Fair-o-mat.

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)

Die Gemeinschaftsschule Marpingen ist auf dem Weg zur „Schule der Nachhaltigkeit“; die Auszeichnung ist in Arbeit.

Gemeinschaftsschule Marpingen und Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)

Das Thema Nachhaltigkeit ist aktueller denn je und wird zukünftig einen immer größeren Stellenwert in unserer Gesellschaft einnehmen. Wir sehen es als eine der wichtigsten Aufgaben der Schule an, unsere Schüler zu nachhaltigem Handeln und Denken zu sensibilisieren und zu animieren, um sie als mündige Bürger auf die globalen Herausforderungen ihrer Generation vorzubereiten. Die Gemeinschaftsschule Marpingen ist schon seit Längerem im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung tätig und somit ein Lernort für globales Lernen. Es werden regelmäßig fächer- und jahrgangsübergreifende Projekte zum Thema Nachhaltigkeit durchgeführt.

„Natürlich interessiert mich die Zukunft. Ich will schließlich den Rest meines Lebens darin verbringen.“
Mark Twain (1835-1910), amerikanischer Schriftsteller

17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs)

Übersicht der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung als farbige Symbolkacheln

Auswahl bisheriger Aktivitäten

  • Grüne Pausenfläche mit Kräuterspirale und Hochbeeten, Insektenhotels und Ruhebänken
  • Fair-o-mat, Verkauf von fair gehandelten Produkten (Nikolaus- & Valentinsaktion)
  • Klassenfahrt mit Übernachtung im Urwald vor den Toren der Stadt
  • Nachhaltige Schulhofgestaltung: Baummikado
  • Baumpflanzaktionen
  • Waldpädagogik: Waldindianer, Waldritter
  • Schulkino zum Thema Nachhaltigkeit
  • Projekte im NW- und GW-Unterricht, z.B. KunterBUND-Mobil, Exkursion auf den Bauernhof, Workshop zum Thema Fairer Handel, Lebensmittelwertschätzung, Projekt zum Thema Mikroplastik, …
  • Schulpartnerschaften: Casa do Zezinho, N´Doluma (Zaire-AG)
  • Herstellung von nachhaltigen Produkten (Bienenwachstücher)
  • Shades of Love
  • Teilnahme an der Picobelloaktion
  • Schulgartenkonzept für ein großes, benachbartes Wiesengrundstück (in Arbeit – in Kooperation mit Landkreis WND und KuLanI-Stiftung)
  • Wasserspender in der Aula
Gezeichnetes Kurslogo: zwei Hände halten eine Weltkugel, aus der Blumen wachsen
Kurslogo Seminarfach „Nachhaltigkeit“ gezeichnet von Angelika Minnegaliev

Faire Schule

Das ist ungerecht!“ „Das ist unfair!“. Wie schnell beurteilen wir das Verhalten unserer Mitmenschen auf diese Weise. Aber was bedeuten Gerechtigkeit und Fairness nicht nur im direkten Umfeld sondern auch im globalen Kontext?

Die Schüler*innen und Kolleg*innen der Gemeinschaftsschule Marpingen zeigen schon seit vielen Jahren, dass durch Engagement, Mut und Ideenreichtum jede/r einzelne einen kleinen Teil zu einer gerechteren, besseren Welt beitragen kann.

Unabdingbar ist dabei natürlich die Schaffung gerechter Handelsbeziehungen mit menschenwürdigen Arbeitsbedingungen für alle Menschen und nachhaltiger Produktion an allen Standorten.

Die Gemeinschaftsschule Marpingen arbeitet seit dem Schuljahr 2019/20 mit der Fairtrade Initiative Saarbrücken zusammen mit dem Ziel, den fairen Handel in allen wesentlichen Schulstrukturen zu verankern und die drei Säulen der Nachhaltigkeit (Ökonomie, Ökologie und Soziales) praktisch in der Schule umzusetzen.
Als Fairtrade-School wollen wir ein Verantwortungsgefühl für unser Handeln entwickeln, „über den Tellerrand“ schauen und gleichzeitig einen Beitrag leisten, den nationalen Aktionsplan zum UNESCO-Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) zu realisieren:

Am 20. Juni 2017 wurde der Nationale Aktionsplan zum UNESCO-Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) verabschiedet. Das Dokument nennt 130 Ziele und 349 Handlungsempfehlungen zur strukturellen Verankerung von BNE in der deutschen Bildungslandschaft.

Zwischen den Zielen des Aktionsplans und der Kampagne Fairtrade-Schools gibt es viele Schnittstellen. Insbesondere zur Umsetzung der folgenden Ziele trägt die Kampagne bei:

  • Strukturelle Verankerung der BNE im Bildungsbereich Schule.
  • Kompetenzentwicklung von Lehrkräften, u.a. durch Lehrkräftefortbildungen.
  • Zusammenarbeit mit außerschulischen Bildungspartnern.
  • Unterrichts- und Schulentwicklung, u.a. durch neue Impulse für den Unterricht und Beratung für den Aufbau nachhaltiger Strukturen.
  • Förderung lokaler Netzwerke mit Kommune und Zivilgesellschaft, u.a. durch die Verknüpfung mit den Kampagnen Fairtrade-Towns und Fairtrade-Universities.
  • Implementierungshilfe durch viele best practice Beispiele, Beratung und den Aufbau von Vernetzungsstrukturen.
  • Förderung der Partizipation von jungen Menschen, diese werden darin gestärkt, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten für eine nachhaltige Welt einzusetzen. Sie agieren als change agents und Multiplikator*innen.

Bisherige Schritte zur Fairtrade School:

Im ersten Schritt gibt es eine Unterrichtseinheit fairer Handel und Zubereitung von Schokobananen, die dann an Grundschüler verteilt werden:Diese Unterrichtseinheit führten Isabell Göttert und Ute Redeker, Klassenlehrerinnen der damaligen Klasse 8b, im Schuljahr 2019/20 unter Anleitung von Wynnie Kangwana MBINDYO, Referentin der Fairtrade Initiative Saarbrücken, durch:

Zunächst lernen die Schüler*innen die Bedeutung des Fairtrade Siegels kennen. Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, damit eine Ware dieses Label erhält?

Die 3 Säulen des Fairtrade Siegels

Grafik mit drei grün-grauen Tabellenspalten zu den drei Säulen des Fairen Handels

Außerdem informieren sich die Kinder über die Herstellung fairer Schokolade. Wo wächst Kakao? Wie werden die Bohnen geerntet und weiterverarbeitet? Wie waren die Arbeits- und Lebensbedingungen der Bauern und wie haben sie sich durch die Einführung des Siegels geändert?

Im nächsten Schritt bereiten die Schülerinnen und Schüler mit Hilfe der Referentin Wynnie Kangwana MBINDYO der Fairtrade Initiative Saarbrücken Schokobananen zu. Natürlich sind alle Zutaten fair gehandelt.

Zum Schluss laden die Kinder der Klasse 8b Schüler*innen der benachbarten Grundschule ein und erklären den Gästen die Bedeutung des Fairtrade Siegels.

Nach dem Vortrag dürfen die Grundschüler die Schokobananen verzehren und halten ihre Eindrücke in einer Zeichnung fest.

Text: Ute Redeker

Über die Auszeichnung als „Faire Klasse“ berichtete die Saarbrücker Zeitung (externer Link).