Lions Quest „Erwachsen werden“
Das Jugendförderprogramm Lions-Quest „Erwachsen werden“ behandelt Themen, die junge Menschen im Alter von 10 bis 15 Jahren in ihrem Alltag, Zuhause, in der Schule und im Freundeskreis besonders betreffen. Bei der Auseinandersetzung mit diesen Themen im Unterricht wird der ganze Mensch mit Kopf (Kenntnissen), Herz (Emotionen) und Hand (Aktivitäten) angesprochen. Dieses Curriculum „Soziales Lernen“ greift in vielen Themenbereichen aktuelle Problemfelder wie Integration, Mobbing und Gewaltbereitschaft in unserer Gesellschaft auf. Es bietet außerdem zahlreiche Anlässe, das Elternhaus und das soziale Umfeld der Kinder und Jugendlichen in den Vermittlungsprozess einzubeziehen. Um diese Themen zu behandeln wird im 5. und 6. Schuljahr eine spezielle Wochenstunde im Stundenplan verankert. Diese Stunde wird genutzt, um soziale Kompetenzen junger Menschen zu fördern. Wir wollen Schülerinnen und Schüler dabei unterstützen, ihr Selbstvertrauen und ihre kommunikative Kompetenz zu stärken, Kontakte und Beziehungen aufzubauen und zu pflegen, Konflikt- und Risikosituationen in ihrem Alltag zu begegnen und für Probleme, die gerade die Pubertät gehäuft mit sich bringt, konstruktive Lösungen zu finden.
Curriculum
Meine Klasse
Dieses Kapitel beschäftigt sich mit Fragen der eigenen Person: Wer bin ich? Wer sind die anderen? Wie gehen wir miteinander um? Welche Bedeutung hat die Gruppe und wie beeinflusst sie mich? So wird die Grundlage für eine offene, vertrauensvolle und konstruktive Lernatmosphäre und damit für die gemeinsame Arbeit mit den weiteren Kapiteln des Programms gelegt.
Stärkung des Selbstvertrauens
Was ist eigentlich Selbstvertrauen? Worauf gründet sich mein Selbstvertrauen? Wie kann ich mein eigenes oder auch das Selbstvertrauen anderer stärken? Sich der eigenen Fähigkeiten und Stärken bewusst werden, diese auch einzusetzen und so Verantwortung zu übernehmen und dafür auch Anerkennung zu bekommen, fördert die Ausbildung eines gesunden Selbstvertrauens.
Mit Gefühlen umgehen
„Erwachsen werden“ fördert Kinder und Jugendliche in der Fähigkeit, eigene Gefühle wahr- und ernst zu nehmen, sie zu akzeptieren, auszudrücken und als etwas zu begreifen, das ihnen bei der Entwicklung ihrer Persönlichkeit hilft. Ein wichtiges Thema ist in diesem Kapitel auch der Umgang mit belastenden Situationen.
Die Beziehungen zu meinen Freunden
Gerade in diesem Alter sind Freunde außerhalb der Familie für Heranwachsende besonders wichtig. Wie kann man echte Freundschaften aufbauen, weiterentwickeln, aufrechterhalten? Welchen Einfluss hat die Clique? Wie hält man Gruppendruck stand? Wie kann man Meinungsverschiedenheiten oder Konflikte in einer Freundschaft konstruktiv lösen? Wie geht man gut mit Enttäuschungen, mit einem Verlust um?
Mein Zuhause
Die Zusammensetzung von Familien und das Zusammenleben haben sich in den letzten Jahrzehnten verändert. Welche Erwartungen und Wünsche haben Jugendliche, was empfinden sie als enttäuschend, konfliktträchtig? Die Arbeit mit den Themen dieses Kapitels regt an, die Beziehungen innerhalb des eigenen Zuhauses und in anderen Familien zu reflektieren und Schritte zur Verbesserung der Beziehungen oder zur Lösung von Konflikten zu probieren.
Ich entscheide für mich selbst
Hier geht es um das Problem der Verantwortung eigener Entscheidungen u. a. bei den Themen Lebensstil, Umgang mit dem eigenen Körper und berufliche Zukunft. Werbung und Medien werden kritisch hinterfragt. Zusätzlich werden im Anhang S des Lehrerhandbuchs (Informationen zur spezifischen Suchtprävention) enthaltene Informationen über Sucht, Suchtmittel und Suchtverhalten aufgegriffen.
Ich weiß, was ich will
Kinder und Jugendliche haben viele Träume und Hoffnungen, was sie einmal in ihrem Leben erreichen möchten. Damit ihre Träume und Hoffnungen Realität werden können, müssen sie lernen, sich Ziele zu setzen und sich auf den Weg zu machen. Mit Überlegung, Anstrengung, Geduld und Selbstdisziplin lässt sich Vieles erreichen.
Klassenrat
Trainingsraum
Seit Januar 2006 gibt es an der Gesamt-/Gemeinschaftsschule Marpingen den Trainingsraum, der nach personeller Möglichkeit jeweils ab der 3. Stunde besetzt ist.
Ziel
Erziehung der Schüler zu eigenverantwortlichem Handeln.
Dies soll sicherstellen:
- Jeder Schüler hat das Recht ungestört zu lernen!
- Jeder Lehrer hat das Recht ungestört zu unterrichten!
- Jeder muss die Rechte der anderen respektieren!
Zum Ablauf:
Schüler werden in den TR geschickt:
- Die Schüler dürfen erst nach vorheriger Verwarnung und schwerwiegenden Unterrichtsstörungen in den TR geschickt werden. Dann wird der Schüler ohne Diskussion an den TR verwiesen und muss beim Lehrer den Schickzettel abholen.
- Der TR darf nicht zur Ahndung von Fehlverhalten in der Pause eingesetzt werden.
Schüler sucht den TR auf
- Schüler schildert dem TR-Lehrer den Vorfall, bekommt Rückkehrplan zum Ausfüllen!
- Anschließend kehrt der Schüler zum Fachlehrer zurück. Der Fachlehrer entscheidet, ob der Plan angenommen wird.
- Der Schüler setzt sich ohne weiter zu stören hin und arbeitet weiter.
- Falls der Rückkehrplan nicht angenommen wird, muss der Schüler nochmals in den TR zur Überarbeitung.
Sozialpraktikum in Klassenstufe 11
Zwei Wochen vor den Herbstferien findet für die Klassenstufe 11 das Sozialpraktikum statt.
Ziele
Im Gegensatz zu unserem Betriebspraktikum, bei dem die Berufsorientierung im Vordergrund steht, möchte unsere Schule ein Praktikum anbieten, dessen zentrales Anliegen es ist, die „Notwendigkeit gesellschaftlicher Verantwortung erfahrbar zu machen und Verantwortungsübernahme zu fördern.“ (Zeitschrift Pädagogik 4/11, S. 6ff) Die Leitfrage des Praktikums ist also nicht: „Wie kann ich konkrete Berufserfahrungen sammeln, die mir die Wahl des Ausbildungszieles erleichtert?“, sondern: „Wie kann ich im Umgang mit Menschen in verschiedenen- auch belastenden – Situationen erfahren, dass ich gebraucht werde und wie kann ich lernen, soziale Verantwortung wahrzunehmen und mit meinen eigenen Bedürfnissen in Einklang zu bringen?“ Dies entspricht einem grundsätzlichen Anliegen unserer Schule, die sozialen Kompetenzen unserer Schüler zu entwickeln und zu fördern. Mitmenschlichkeit, Mitgefühl, Einfühlungsvermögen und Rücksichtnahme gehören in unserer Gesellschaft nicht mehr zum selbstverständlichen Umgang miteinander. Hierzu kann das Sozialpraktikum einen wichtigen Beitrag leisten.
Dabei sollen die sozialen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler gefördert, sowie Notwendigkeit und Sinn der Übernahme von gesellschaftlicher Verantwortung im Alltag der Jugendlichen und der Schule verankert werden. Im Folgenden finden Sie eine Zusammenfassung weiterer, wichtiger Ziele.
Die Schülerinnen und Schüler sollen:
- erlernen, wie man sich in Schule, Gemeinde, Gesellschaft engagiert und sozial verantwortlich einbringen kann.
- in einer Welt mit Ellbogenmentalität und Egoismus zu verantwortungsvollem Umgang miteinander erzogen werden.
- an Lebensbereiche herangeführt werden, in die sie im normalen Alltag wenig Einblick haben.
- Kontakt zu sozialen Einrichtungen und hier zu älteren, hilfsbedürftigen und sozial benachteiligten Menschen erhalten.
- in ihrem Bewusstsein für das Handeln aus Nächstenliebe gestärkt werden und erfahren, dass man aufeinander angewiesen ist.
- ihren Erfahrungshorizont durch persönlichen Einsatz und das Ausprobieren neuer Rollen erweitern.
- einen Arbeitsalltag im sozialen Bereich und dessen Herausforderungen und Belastungen durch praktischen Einsatz kennen lernen.
- sich mit der Sinnfrage auseinandersetzen.
- ihre persönliche Einstellung gegenüber der möglichen eigenen Hilfsbedürftigkeit reflektieren.
- Erfahrungen im medizinisch-pflegerischen sowie im sozial-pädagogischen Bereich sammeln.
- sich im sozialen Tun auf eine andere Art erfahren, die eigenen Stärken, Schwächen und Grenzen erkennen und damit umgehen lernen.
- Verantwortung übernehmen, Mitgefühl für andere entwickeln und sich für sie einsetzen.
- die Perspektiven anderer einnehmen können und Empathie entwickeln lernen.
- sich darin üben, Fremdes an sich heran zu lassen und unvoreingenommen und tolerant damit umgehen lernen.
- erkennen, dass Erfahrungen von Krankheit, Behinderung, Leid [und Tod] zum Menschen in seiner Begrenztheit gehören und auch hier die Menschenwürde zu achten ist.
